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Zwei Faden tief – 2010
B

evor der Verkehr über Schienen und Autobahnen rollte, waren die großen Flüsse die wichtigsten Transportwege. Die Dampfschiffe wurden Sinnbilder für die Begeisterung an den Neuerungen der Industriealisierung, sie wurden immer größer, luxuriöser und schneller. Jeder am Mississippi kannte die Namen der berühmtesten Schiffe und hatte sie schon gesehen. Der junge Samuel Clemens lebt in einem kleinen Dorf am großen Fluss. Die Ankunft der Dampfschiffe ist das einzige Ereignis des Tages, das die Bewohner aus ihrer Lethargie reißt. Sehnsuchtsvoll blicken sie auf die schwarzen Rauchwolken, und wer stolz in rußgeschwärzter Kleidung durch die Straßen läuft, wird bewundert, gehört er doch zu jener begehrenswerten Welt. Uneingeschränkte Autoritäten auf den Schiffen waren die Lotsen, denn die Fahrrinnen waren nicht durch Leuchtzeichen oder künstliche Markierungen gekennzeichnet. Sie ließen sich nicht einmal vom Kapitän etwas sagen und ihre Bezahlung war sehr gut. Mit dem festen Vorsatz, selbst Lotse zu werden, reißt Samuel aus.

Frei nach Mark Twain
Spiel: Katrin Klauschke und Peter Wachter
Bearbeitung und Regie: Sabine Wöllgens
Bühne: Johannes Rausch
Kostüme: Evelyne M. Fricker