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Grönland – 2008
D

ie Mutter will ihre Tochter mitnehmen nach Grönland, in das Land der unermesslichen Weiten und des ewigen Eises, das wie kaum ein anderes die Phantasien von Abenteuer und Fremdheit beflügelt. Die Tochter jedoch verbindet mit Grönland nur Kälte, Eisbären, Pelze und Schlitten. Nichts lockt sie dorthin in jener kalten Nacht, in der die Mutter mit ihr durch unbekannte und beängstigende Viertel der Stadt läuft und schon lange vergessen hat, wo sie das Auto abstellte. Das Kind will essen, trinken, schlafen, will nach Hause. In diesem Konflikt und ihrer wilden Entschlossenheit, dass dies die Nacht ihrer Flucht und ihres Aufbruchs sein soll, versucht die Mutter, sich ihrer Tochter zu entledigen, sie wegzuschicken, irgendwo sitzen oder stehen zu lassen, im Kaufhaus oder auf einem Gehweg. Doch ihre verzweifelten und tragikomischen Versuche, sich von ihrem Kind zu trennen, sind schließlich zum Scheitern verurteilt, denn ihre Liebe ist wie die Liebe einer Wölfin: sie beißt ihr Kind weg, verteidigt es aber gleichzeitig gegen alle Gefahren.

Von Pauline Sales
Spiel: Lissie Poetter
Regie: Sabine Wöllgens
Bühne: Johannes Rausch