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Die Geschichte von Teeka – 2001
E

in Gewitter braust übers Haus. Ein Junge sitzt auf dem Dach und beschwört Bulamutomumo, Tarzans Gott, mit seinen Blitzen und Donnerschlägen das Elternhaus zu vernichten. In dieser Geschichte über Gewalt, die sich von den Eltern auf die Kinder überträgt, erinnert sich der erwachsene Maurice an seine Kindheit auf dem Bauernhof, die Schläge und Misshandlungen seiner Eltern. Er flieht in eine andere Welt, in der er stark sein kann. Eine Scheinwelt, die er zum Leben braucht, um die Realität ertragen zu können. Seine Liebe zu Teeka ist groß, doch er weiß, was im Schuppen seiner Eltern mit den Gänsen passiert. Mit Kuchenbröseln lockt er sie erst, dann wieder reißt er ihr die Federn aus. Er badet gemeinsam mit ihr im Badewannenmeer, aber er packt sie ebenso am Hals und drückt ihr den Kopf unter Wasser. Er ist ein Kind, das von seinen Eltern geschlagen wird und durch seine Mitarbeit am Hof das Sterben jener Tiere miterlebt, die er füttert und pflegt bis an ihr unvermeintliches Ende. Seine beste Freundin war die Gans Teeka, die wie alle anderen Gänse geschlachtet werden sollte. Der neunjährige Maurice liebt diese Gans zärtlich – aber er quält sie auch. Einmal, als die Eltern weggefahren sind, nimmt er Teeka mit ins Haus. Sie spielen „Dschungel“, die Badewanne wird zum Meer. Aber die Eltern kommen früher als erwartet zurück und das Spiel verwandelt sich in einen Albtraum, in dem Maurice der Gans den Hals umdreht und seine einzige Gefährtin tötet.

Von Michel Marc Bouchard
Spiel/Figurenspiel: Johannes Rausch
Regie: Gotthard Kuppel